Bezirksgruppe Mannheim

Die Bezirksgruppe Mannheim vertritt die Mission und Vision der DGLR auf regionaler Ebene, zum Beispiel mit selbständiger Planung von Veranstaltungen wie Vorträgen und Exkursionen, die auch in Zusammenarbeit mit Partnern wie Fachvereinen, Hochschulen und sonstigen Instituten durchgeführt werden.

Für einen regelmäßigen Austausch hat sich der Stammtisch der Bezirksgruppe in Mannheim etabliert. Dieser „Round-Table“ dient der Bezirksgruppe  als willkommener Ansatzpunkt für Informationsaustausch, Diskussionen und Planung künftiger Aktivitäten. Die Treffen leben mittlerweile von den Beiträgen der Teilnehmer und den Anschauungsobjekten, die die Teilnehmer mitbringen - meist haben diese  sogar einen Bezug zur Luft- und Raumfahrttechnik.

Zur Planung sei gesagt, die Stammtischtermine  finden nur dann statt, wenn Anmeldungen (auch gerne mit Vorbehalt) zur Teilnahme vorliegen. Der Anmeldeschluss ist jeweils eine Woche vor dem jeweiligen Termin (bitte telefonisch oder per E-Mail anmelden). Meist finden die Treffen in Mannheim und Umgebung statt.

Kontakt

Dr.-Ing. Erec Fahlbusch

Dr.-Ing. Erec Fahlbusch
Leitung

Ludwigshafen

E-Mail: mannheim(at)dglr.de

Dr.-Ing. Erec Fahlbusch hat an der TU Berlin „Luft- und Raumfahrttechnik“ studiert und auf dem Gebiet der Flughafenplanung promoviert. Gegenwärtig ist er beim Automobil-Zulieferer Continental am Standort Frankfurt im Bereich der Funktionsentwicklung tätig und hat zuvor Erfahrungen in Projekten bei unterschiedlichen Kunden Automobil- und Luftfahrtbranche sowie in der Lehre an der DHBW Mannheim im Bereich Ingenieurwesen gesammelt. Im Rahmen der Arbeit in der Bezirksgruppe ist er für alle Themen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt offen und begrüßt die Impulse, die auch von extern an die Bezirksgruppe herangetragen werden. Als eigene Interessen bringt er aktiv in der Bezirksgruppe das Thema „Systems Engineering“ und Aspekte zur Geschichte der Luft- und Raumfahrt ein.

Dr.-Ing. Helmut Warth

Dr.-Ing. Helmut Warth
Stellvertr. Leitung

Ludwigshafen

E-Mail: verkehrstechnik(at)vdi-np.de

Dr.-Ing. Helmut Warth ist seit 1997 im VDI in Nordbaden-Pfalz aktiv. Er studierte Maschinenbau an der Technischen Universität in Darmstadt mit den Schwerpunkten Luft- und Raumfahrttechnik, Strömungs- und Verbrennungskraftmaschinen sowie Fahrzeugtechnik und promovierte an der Technischen Universität Kaiserslautern auf dem Gebiet der Strömungsmaschinen. Seit 2000 ist er in der Linienbusentwicklung beim Automobilhersteller Daimler im Werk Mannheim tätig. Als stellvertretender Leiter der DGLR-Bezirksgruppe Mannheim bringt er sich seit 2007 aktiv in Kooperation mit dem VDI in die Arbeit der Bezirksgruppe ein.

Aktuelles

Aktuelles aus dem VDI / Fachgesellschaft Fahrzeug- & Verkehrstechnik / Fachbereich Luft- & Raumfahrttechnik / Verkehr - das korrespondierende Netzwerk in Nordbaden-Pfalz / Luft- & Raumfahrttechnik:
Ursprünglich im regionalen Umfeld von Frankenthal und Worms gestartet, widmet sich das Fachnetzwerk den Themen in unserer Region Nordbaden-Pfalz übergreifend im Bereich Verkehr. Unter dem Themenkreis der VDI-Fachgesellschaft "Fahrzeug- und Verkehrstechnik" behandelt unser Fachnetzwerk "Luft- und Raumfahrttechnik" die aktuellen Themen in diesem Fachgebiet. In 2019 war das herausragende Thema "50 Jahre Mondlandung" im Mittelpunkt der Aktivitäten dieses Fachnetz-werks bei uns in Nordbaden-Pfalz. Ziel des Netzwerks ist es, Veranstaltungen zu organisieren, die einen breitgefächerten Themenbereich des Ingenieurwesens ansprechen und interdisziplinär ausgerichtet sind. Durch die Kooperation mit der DGLR und dem Internationalen Förderkreis für Raumfahrt, Hermann Oberth - Wernher von Braun e.V. (IFR), wird die fachliche Begleitung der luft- und raumfahrttechnischen Themen zusätzlich kompetent unterstützt.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter https://www.vdi.de/ueber-uns/vor-ort/bezirksvereine/nordbadisch-pfaelzischer-bezirksverein-ev/netzwerke-aktivitaeten/fachnetzwerke-in-nordbaden-pfalz/verkehr

Veranstaltungsberichte

„Astro-Alex“ im Technik Museum Speyer Eröffnung seines erweiterten Ausstellungsbereiches in der Raumfahrtausstellung „APOLLO AND BEYOND“

Der deutsche ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst hat im Technik Museum Speyer am 4.November 2022 seinen erweiterten Bereich mit persönlichen Gegenständen seiner beiden Weltraummissionen in der Raumfahrtausstellung „APOLLO AND BEYOND“ eröffnet. Insgesamt sind 65 Exponate des 46-Jährigen aus Künzelsau in Europas größter Ausstellung für bemannte Raumfahrt zu sehen, wobei 41 davon im All waren. Mehr als 700 Menschen waren bei seinem anschließenden Vortrag in der Eventhalle des Museums zu Gast.

Hier geht es zum Veranstaltungsbericht Teil 1 und Teil 2

Treffen von europäischen RaumfahrerInnen

Gemeinsam mit der Association of Space Explorers (ASE) organisierte Gerhard Daum, Ausstellungsleiter des Bereichs Raumfahrt des Technik Museums Speyer, am 21. Mai 2022 ein Treffen von europäischen RaumfahrerInnen. Im FORUM Kino des Technik Museums fand von 15.00 bis 16.30 Uhr vor mehr als 300 Personen eine beeindruckende und einmalige Präsentation statt. Elf europäische Astronauten und eine Astronautin waren mit dabei.

Das Ambiente im Technik Museum Speyer

Gerhard Daum führte durch das Programm. In seinem Einführungsvortrag berichtete er über die Geschichte, der in Speyer ausgestellten Raumfähre BURAN OK-GLI und die Entstehung Europas größter Raumfahrtausstellung „APOLLO AND BEYOND“.

ASE - Association of Space Explorers

Im Anschluss an diesen Vortrag richtete der Executive Director – Andy Turnage – das Wort an das Publikum über die Association of Space Explorers (ASE). ASE ist ein von mehreren amerikanischen und russischen Raumfahrern initiierter Verein. Das erste Treffen von späteren Gründungsmitgliedern fand 1983 in Puschtschino in der Nähe von Moskau statt. Der Verein hat das Ziel, die weltweite planetare Zusammenarbeit aller Menschen ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihrer Nation auf allen erdenklichen Gebieten zu fördern und zu verwirklichen. Die Auszeichnung „ASE-UNIVERSAL ASTRONAUT PIN“ soll außerdem der „Internationalen Community aller Raumfahrer und Raumfahrerinnen“, die in den Weltraum geflogen sind, eine weltumspannende Zusammengehörigkeit verleihen.

The Right Stuff“ – 11 Raumfahrer und eine Raumfahrerin

Es folgte die Vorstellung der teilnehmenden Raumfahrer*in. Anwesend waren:

Dorin Prunariu ist rumänischer Luftfahrtingenieur, Pilot, Diplomat und ehemaliger Kosmonaut. Er ist der bisher einzige rumänische Kosmonaut. Er wurde am 1. März 1978 als Kosmonaut in das Interkosmos-Programm aufgenommen. 1981 flog er mit Sojus 40 als Forschungskosmonaut zur Saljut 6.

Ulf Merbold ist deutscher Physiker und Astronaut. Er war 1983 der erste Westdeutsche und zweite Deutsche im All. Mit der Space Shuttle Mission STS-9 flog Merbold 1983 und dem ESA-Raumlabor Spacelab war er der erste Nicht-US-Bürger auf einer US-Raumfähre. Mit der Shuttle Mission STS-42 im Januar 1992 wurde die erste internationale Unternehmung für Schwerelosigkeitsforschung im All durchgeführt. Nachdem Merbold die wissenschaftlichen Aspekte beim zweiten deutschen Spacelab-Flug D2 koordinierte, trat er im August 1993 eine Ausbildung im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum in Moskau an. Er trainierte für den europäisch-russischen Kooperationsflug Euromir 94.

Ernst Messerschmid ist deutscher Physiker und Astronaut der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR), der Vorgängerorganisation des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ernst Messerschmid flog an Bord der US-Raumfähre Challenger im Herbst 1985 in den erdnahen Weltraum. An seinem heutigen Geburtstag betonte Messerschmid nach seiner Ehrung mit einem Augenzwinkern, dass er der dritte deutsche Astronaut im Weltraum war und nicht Furrer, da dieser im Space Shuttle zwei Meter unter ihm saß und Messerschmid die sogenannte „Karman-Linie“ vor Furrer überschritt.

Franz Viehböck ist österreichischer Elektroingenieur und bisher der einzige österreichische Astronaut, der im Weltall war. Während seines Aufenthalts auf der Raumstation Mir führte er 15 wissenschaftliche Experimente durch.

Klaus-Dietrich Flade ist deutscher Testpilot und Astronaut. Seit 1990 war er Mitglied des deutschen Astronautenteams und war vom 17. bis zum 25. März 1992 als Forschungskosmonaut Mitglied der Mir-92-Mission. Flade war somit der erste westdeutsche Astronaut, der nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der Sowjetunion, mit einem Sojus-Raumschiff ins All flog.

Michel Tognini ist französischer Astronaut und ehemaliger Direktor des Europäischen Astronautenzentrums (EAC) in Köln. Am 27. Juli 1992 startete Tognini an Bord von Sojus TM-15 zur Raumstation Mir. Nach 14 Tagen kehrte er mit Sojus TM-14 wieder zur Erde zurück.
Am 23. Juli 1999 flog er an Bord der Raumfähre Columbia im Rahmen der Mission STS-93 ins All.

Jean-Pierre Haigneré ist französischer Astronaut und Kampfpilot. Der Start der Mission Altair erfolgte am 1. Juli 1993 mit dem Raumschiff Sojus TM-17. Im Juni 1998 wechselte Haigneré in das europäische Astronautenkorps und flog am 20. Februar 1999 mit Sojus TM-29 zur Raumstation Mir. Im Gegensatz zu früheren Missionen mit Gastkosmonauten auf der Mir war Haigneré nicht nur Forschungskosmonaut, sondern vollwertiger Bordingenieur mit weitreichenden Tätigkeiten und einen Außenbordeinsatz.

Claudie Haigneré ist französische Astronautin, Ärztin und Politikerin und mit dem französischen Raumfahrer Jean-Pierre Haigneré verheiratet. Cassiopée war die Bezeichnung für eine französisch-russische Forschungsmission, während der sich Haigneré vom 7. August bis 22. September 1996 an Bord der russischen Raumstation Mir befand. Ihren zweiten Raumflug absolvierte Claudie Haigneré vom 21. bis 31. Oktober 2001 auf der Internationalen Raumstation ISS.

Reinhold Ewald ist deutscher Physiker Astronaut. Der Start zu seinem Raumflug erfolgte am 10. Februar 1997 mit dem Raumschiff Sojus TM-25 zur Raumstation Mir. Ein Feuer, das an Bord der Station während seines Fluges auftrat, konnte Ewald mit seinen Kosmonautenkollegen glücklicherweise löschen.

Pedro Duque ist spanischer Astronaut, Luftfahrtingenieur und Politiker. Er war der bisher einzige Spanier im Weltraum. Sein erster Raumflug war an Bord der Space-Shuttle-Mission STS-95 als Missionsspezialist vom 28. Oktober bis 7. November 1998. Die Mission stand ganz im Zeichen astronomischer und atmosphärischer Forschungen. Vom 18. bis 28.Oktober 2003 flog Duque mit Sojus TMA-3 zur ISS.

Gerhard Thiele ist Physiker und deutscher Astronaut. Er flog mit der Space Shuttle Mission STS-99 vom 11. bis 22. Februar 2000 ins All, welche die Bezeichnung Shuttle Radar Topography Mission (SRTM) trug. Zweck dieser Mission war die Erstellung von radarge-
stützten Fernerkundungsdaten der Erdoberfläche.

Die Ehrengäste erhielten aus den Händen von Andy Turnage den „ASE-UNIVERSAL ASTRONAUT PIN“, den es in zwei Versionen gibt: einen suborbitalen und einen orbitalen Pin. Die europäischen RaumfahrerInnen erhielten jeweils den orbitalen Pin. Dabei sprach jede/r kurz über ihre/seine Missionen.

 

Live-Schaltung zu Matthias Maurer

Ein besonderes „Highlight“ der Veranstaltung war die Live-Schaltung zum deutschen Astronauten Matthias Maurer. Er befand sich noch in der Reha, zwei Wochen nach seiner Rückkehr von seinem etwa 176 Tagen dauernden Aufenthalt auf der ISS. Er wurde als 600. Raumfahrer mit dem ASE-PIN ausgezeichnet. Reinhold Ewald und Gerhard Daum stellten Maurer mehrere Fragen zu seiner Mission „Cosmic Kiss“ sowie seinen damit verbundenen Erlebnissen und Erfahrungen. Matthias Maurer ist deutscher Werkstoffwissenschaftler und ESA-Astronaut. Durch seinen Flug mit SpaceX Crew-3 vom 11. November 2021 bis zum 6. Mai 2022 ist er der dreizehnte Deutsche, der in den Weltraum gereist ist. Die Mission „Cosmic Kiss“ war eine Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), während der Maurer sechs Monate lang an Bord der ISS deutsche und internationale Experimente durchführte.

Questions & Answers

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch Zeit, Fragen zu stellen, die von den anwesenden AstronautInnen und dem zugeschalteten Matthias Maurer beantwortet wurden. Ein raumfahrtinteressierter Junge fragte Reinhold Ewald, wie man denn Astronaut werden kann. Ewald ermunterte ihn, sich in der Schule besonders für Mathematik und Naturwissenschaften zu interessieren, um später in diesen Bereichen ein entsprechendes Studium zu absolvieren, was eine hervorragende Basis für diesen Berufswunsch sei. Auf die Frage eines Zuhörers, was die Astronauten am meistens bei ihren Raumflügen beeindruckte, antworten diese einhellig, dass man vom All aus keine Ländergrenzen auf der Erde sieht und sich eins mit der gesamten Menschheit fühlt, sowie die Schönheit aber gleichzeitig auch die Zerbrechlichkeit des Planeten Erde, den es zu schützen und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten gilt, denn dafür gibt es keinen „Plan B“.

Autoren

Gerhard Daum war ab Ende der 1980er-Jahre bei 55 der 135 Space-Shuttle-Missionen vor Ort in Cape Canaveral und Houston sowie bei zwei russischen Sojus-Missionen in Moskau und Baikonur als Raumfahrtjournalist dabei. Im Rahmen seiner Funktion als Leiter und Kurator der Ausstellung „APOLLO AND BEYOND“ im Technik Museum Speyer konnte er seit der Eröffnung der Ausstellung im Oktober 2008 bis heute 61 internationale RaumfahrerInnen als Gäste einladen und begrüßen.

Dr.-Ing. Erec Fahlbusch ist Leiter der DGLR-Bezirksgruppe Mannheim. Er studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Berlin und promovierte auf dem Gebiet der Flughafenplanung. Derzeit ist er beim Automobilzulieferer Continental am Standort Frankfurt am Main im Bereich der Funktionsentwicklung tätig.

Dr.-Ing. Helmut Warth ist Leiter des Fachnetzwerks Verkehr des VDI-Bezirksvereins Nordbaden-Pfalz und stellvertretender Leiter der DGLR-Bezirksgruppe Mannheim. Er studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt und promovierte auf dem Gebiet der Strömungsmaschinen an der Technischen Universität Kaiserslautern. Von 2000 bis zu seinem Ruhestand 2020 war er beim Automobilhersteller Daimler in Mannheim tätig. Heute ist er als Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Kaiserslautern und der Hochschule Darmstadt aktiv.

Die Quelle aller Missionsembleme sowie offiziellen Portraits der RaumfahrerInnen sind die amerikanische Luft- und Raumfhartbehörde NASA und die russische Raumfahrtbehörde ROSCOSMOS. Alle Fotos von der Veranstaltung wurden, sofern nicht anders angegeben, von Herrn Dr.-Ing. Helmut Warth, VDI/DGLR gemacht.